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	<description>Medien erleben!</description>
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		<title>Hinter den Kulissen</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 14:15:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gmetzler</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich bin eine Hamburger!“  Mit diesen Worten brachte Morgan Freeman die Zuschauer des World Awards zum Lachen. Fünfzehn Männer wurden am 22. Oktober 2003 in der Hamburger Musikhalle mit dem Preis ausgezeichnet.  
von Gina Louisa Metzler
Über der Schulter eine schwere Tragetasche und eine Klinex-Box in der Hand hastete ich meiner Mutter nach. An dem abgesperrten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Ich bin eine Hamburger!“  Mit diesen Worten brachte Morgan Freeman die Zuschauer des World Awards zum Lachen. Fünfzehn Männer wurden am 22. Oktober 2003 in der Hamburger Musikhalle mit dem Preis ausgezeichnet.  </strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><span id="more-704"></span></strong><em>von Gina Louisa Metzler</em></p>
<p>Über der Schulter eine schwere Tragetasche und eine Klinex-Box in der Hand hastete ich meiner Mutter nach. An dem abgesperrten roten Teppich vorbei gingen wir auf einen Nebeneingang zu. An den Türen standen zwei große Männer in schwarzen Anzügen, die unsere Namen auf einer Liste überprüften. „Meine Tochter wird mir heute Abend assistieren“, sagte Mama und ich versuchte erwachsen und ernst auszusehen. Die Männer schauten uns an und schließlich hängten sie mir einen Ausweis um den Hals. „AAA“ stand darauf – Access All Areas.</p>
<p>Sieben Jahre ist es her, dass der World Award in der Hamburger Musikhalle verliehen wurde. Fünfzehn Männer sollten an diesem Oktoberabend geehrt werden, sie alle hatten dazu beigetragen, die Welt positiv zu verändern. Es war eine große Sache. Sportler, Politiker und Filmstars wurden ausgezeichnet, sie alle waren hinter der Bühne und bereiteten sich auf ihren Auftritt vor.</p>
<p><strong>Eine wichtige Aufgabe</strong></p>
<p>In einem kleinen Raum bauten wir die Schminksachen auf. Als die Kostümbildnerin hereinkam drückte sie mir ein paar Anzugschuhe in die Hand und schickte mich damit nach draußen. Auf dem Asphalt raute ich die Sohlen auf, damit sie auf der polierten Bühne nicht rutschen würden. Keine unwichtige Aufgabe, dachte ich mir. Und gleichzeitig hatte ich doch ein bisschen Angst, dass es meine Schuld wäre, wenn der Moderator auf der Bühne ausrutschte.</p>
<p><strong>Ein Plätzchen hinter der Bühne</strong></p>
<p>Als es draußen langsam dunkler wurde, versammelten sich Fans entlang des roten Teppichs. In den Hintergebäuden der Musikhalle war die Aufregung deutlich zu spüren. Visagisten hasteten umher, Kameramänner und Lichtinstallateure riefen sich hektische Anweisungen zu, die Regieassistenz lief mit einem kabellosen Mikrophon um die Bühne herum. Als sich neben mir eine Tür öffnete, konnte ich einen Mann in einem sehr aufwendigen Rollstuhl erkennen –Christopher Reeve. Wow.</p>
<p>Die 1000 geladenen Gäste hatten im großen Saal Platz genommen, jeden Moment würde die Verleihung des World Award beginnen. Wir standen direkt hinter der Bühne. Meine Mutter hielt ein paar Puderdosen bereit, ich hatte wieder meine Klinexbox dabei. Die Regieassistenz behielt die Funkuhr genau im Auge. „Noch 30 Sekunden!“ Eine gespannte Ruhe trat ein. „Noch Fünf. Vier, Drei, Zwei……“ und der Moderator trat auf die Bühne während die Musik einsetzte und der Scheinwerfer ihn fand. Und dann nahm alles seinen Lauf. Ich hatte mich inzwischen auf einer Kiste Wasser niedergelassen und sah meiner Mutter dabei zu wie sie Morgan Freeman den Glanz aus dem Gesicht zauberte. Er lächelte und musste sich ein wenig runterbeugen, damit sie an sein Gesicht herankam. Da fragte mich ein älterer Herr in gebrochenem Englisch ob er sich auf die Kiste neben mir setzten dürfe. An seinem auffälligen roten Mal auf der Glatze war er leicht zu erkennen: Michael Gorbatschow hatte soeben neben mit Platz genommen.</p>
<p><strong>Allzu menschlich</strong></p>
<p>Während der nächsten zwei Stunden kamen dann noch so einige andere Promis an meinem Flaschenkistenplätzchen vorbei, traten auf die Bühne wenn sie angekündigt wurden und bedankten sich bei ihren Familien und Freunden. Das Interessante an diesem Abend war nicht nur all diese „wichtigen“ Menschen zu sehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Wirklich faszinierend war zu beobachten, dass auch ein Jan Ulrich oder ein Michael Douglas aufgeregt sind, bevor sie auf die Bühne gehen. Auch sie stehen hinter dem Vorhang, kneten sich die Hände und beten, dass alles glatt gehen wird. In diesen Momenten sind sie greifbar, echt und ungeschützt. Sie sind eben ganz normale Menschen.</p>
<p>Glücklich, an einer so wichtigen Veranstaltung teilgenommen zu haben, fuhr ich schließlich mit meiner Mutter nach Hause. Den Ausweis mit den drei bedeutungsschweren As, habe ich noch heute. Und immer wenn er mir wieder einmal in die Hände fällt, erinnere ich mich gerne an diesen besonderen Tag im Oktober zurück.</p>
<p><em>Bildquelle:commons.wikimedia.org, KMJ, creative commons</em></p>
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		<title>„Ich dachte in politischen Dimensionen“</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 13:06:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cgailer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

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		<description><![CDATA[

26 Jahre und fünf Monate lang dauerte die Amtszeit von Johannes Paul II. als 264. Papst der katholischen Kirche. Am 2. April 2005 ging diese Amtszeit zu Ende.

Von Christoph Gailer
Als Johannes Paul II Papst am 16. Oktober 1978 wurde, war Christoph Aniszewksi noch gar nicht geboren, als Johannes Paul im Alter von 84 Jahren starb, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: left;">
<p><a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/Papst-Johannes-Paul-II-Begräbnis2.jpg" rel="lightbox[42]"></a></p>
<div><strong>26 Jahre und fünf Monate lang dauerte die Amtszeit von Johannes Paul II. als 264. Papst der katholischen Kirche. Am 2. April 2005 ging diese Amtszeit zu Ende.</strong></div>
<p style="text-align: center;"><em><span id="more-42"></span></em></p>
<p style="text-align: center;"><em>Von Christoph Gailer</em></p>
<p>Als Johannes Paul II Papst am 16. Oktober 1978 wurde, war Christoph Aniszewksi noch gar nicht geboren, als Johannes Paul im Alter von 84 Jahren starb, saß Christoph Aniszewski, ein polnisch-stämmiger Theologie- und Philosophiestudent aus Bonn gebannt vor dem Fernsehgerät. Ebenso sechs Tage später bei der Bestattungszeremonie des ersten nicht-italienischen Papstes der katholischen Kirche seit dem Jahre 1459 sehr aufmerksam.</p>
<p><em> </em><strong>„Zum Medienereignis gemacht, aber nicht unwürdig“</strong></p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Der zum damaligen Zeitpunkt 18-jährige Aniszewski war „beeindruckt von der kollektiven Trauer“ um den ersten slawischen Papst überhaupt. Auch der Bonner war traurig, fühlte sich von den Gefühlen, die er aus dem TV übermittelt bekam, getroffen.  als er die Zeremonie im römischen Petersdom alleine vor dem Fernseher verfolgte. Es blieb ihm aber auch nicht verborgen, dass „die Zeremonie von den Medien zu einem Medienereignis gemacht wurde.“ Dennoch wäre es für ihn trotz aller Mediatisierung ein einschneidendes Erlebnis gewesen und es war seiner Meinung nach auch nicht unwürdig, auch nicht, dass viele Katholiken beim Einzug der Schweizer Nationalgarde mit dem offenen Sarg des Papstes Fotos des Leichnams des Oberhauptes der Katholischen Kirche machten. „Das ist legitim Fotos zu machen um den Moment der Unendlichkeit festzuhalten.“</p>
<p><strong>„Es passiert wieder etwas im Vatikan“</strong></p>
<p style="text-align: left;">Zu diesem Zeitpunkt begann Aniszewski bereits sich mit Folgen des Todes des Papstes zu befassen. Während viele Millionen Menschen sich mit Tränen in den Augen die Begräbniszeremonie anschauten – entweder im Petersdom, am mit 500.000 Leuten gefüllten Petersplatz in Rom, oder Milliarden weltweit vor den Fernsehgeräten – dachte der damalige Abiturient Aniszewksi bereits über die Folgen des Ablebens von Papst Johannes Paul II nach. Christoph Aniszewski, gebürtiger Danziger, war sich sicher „jetzt passiert wieder etwas im Vatikan.“ Er begann laut eigenen Aussagen in politischen Dimensionen zu denken, wenn es um die Frage nach einem geeigneten Nachfolger ging. Papst Benedikt hält der heute 23-jährige Student „für einen geeigneten Nachfolger, der zwar nicht über das diplomatische Geschick eines Papst Johannes Paul II verfügt, aber sehr wohl gute Entscheidungen trifft.“</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><em> </em></p>
<p style="text-align: left;"><em> </em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Bildquelle: flickr.com, blues_brother, creative commons</em></p>
</div>
</div>
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		<title>Elfmeter? Mir doch egal!</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 09:05:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bkrischke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erleben]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Als die Bayern ManU dieses Jahr aus der Champions League kickten, war es ein historischer Tag für die Fans und für die zwanzigjährige Anja, denn sie sah zum ersten Mal ein Fußballspiel. 
von Benjamin Krischke
Wie gut muss sich eine Frau eigentlich mit Fußball auskennen? Die Antwort ist wohl jedem selbst überlassen. Doch gilt es folgende Punkte zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als die Bayern ManU dieses Jahr </strong><strong>aus der Champions League kickten, war es ein historischer Tag für die Fans und für die zwanzigjährige Anja, denn sie sah zum ersten Mal ein Fußballspiel.</strong> <span id="more-1380"></span></p>
<p style="text-align: center;"><em>von Benjamin Krischke</em></p>
<p>Wie gut muss sich eine Frau eigentlich mit Fußball auskennen? Die Antwort ist wohl jedem selbst überlassen. Doch gilt es folgende Punkte zu bedenken: Wir wohnen in München, in der Stadt des erfolgreichsten deutschen Fußballvereins FC Bayern, Deutschland war vor vier Jahren Ausrichter der Fußball-WM und ein Spiel hat doch mit Sicherheit jedes Kind schon einmal gesehen &#8211; von wegen.</p>
<p>Denn es soll noch Frauen geben, die nicht auf die vierjährliche WM-Euphorie aufspringen und den FC Bayern nur vom „hören-sagen“ kennen. Und es gibt noch Frauen, die als Kind nie ein Fußballspiel gesehen haben und die auch offen zugeben, dass sie keine Ahnung von Fußball haben, anstatt auffällig den Nebenmann zu fragen, warum der Typ da denn gerade gepfiffen hat und zu welcher Mannschaft er wohl gehört.</p>
<p><strong>22 Leute und ein Ball</strong></p>
<p>Anja wurde vor ein paar Wochen 20 Jahre alt. Sie studiert, schreibt für zwei Nachrichtenplattformen und sperrt sich auch nicht zu Hause ein. Und sie kann sich noch gut an ihr erstes Fußballspiel erinnern, wahrscheinlich genauer als jeder eingefleischte Fan. Denn ihr erstes, gesehenes Fußballspiel ist gerade einmal ein halbes Jahr her und es war ein Spiel mit aufreibender Geschichte: FC Bayern München gegen Manchester United,  Champions League, 4 : 1 – die Rache für 1999. Und alles was Anja bis dahin wusste war, dass auf einem Feld 22 Leute einem Ball hinterherlaufen. Auch der Begriff Elfmeter war ihr fremd: „das ist mir aber auch egal und ich weiß bis heute noch nicht was das ist.“</p>
<p>So interessieren sich zwar ein paar ihrer Freunde für den Ballsport, aber sie sieht es eher als Sache für Männer und hat auch eine klare Meinung, wenn es darum geht, dass manche Frauen doch alle vier Jahre mal eben vier Wochen über Fußball sprechen und sich die Spiele beim Public Viewing ansehen: „Diese Mädchen, die für ein paar Wochen so tun, als würden sie sich für Fußball interessieren, finde ich einfach peinlich. Man muss sich doch nicht das Gesicht mit Deutschlandflaggen bemalen, nur um dazu zu gehören, obwohl man keine Ahnung hat.“</p>
<p><strong>Nur ein Spiel</strong></p>
<p>Da saß Anja dann vor einem guten halben Jahr, ebenfalls keine Ahnung vom Fußball, inmitten von sechs grölenden, männlichen Redaktionsmitgliedern, vor einer Leinwand und konnte live erleben, wie sich Männer verändern, wenn Fußball läuft. Schlimm fand sie das nicht, nur eine Sache kann sie nicht nachvollziehen: „Ich finde es schrecklich wenn Fans nach dem Spiel nicht abschalten können und für sie der Abend gelaufen ist, nur weil ihre Mannschaft verloren hat. Es ist doch nur ein Spiel.“ So gehe sie ja auch nicht ins Kino und mache sich Abends voller Frust eine Flasche Wein auf, nur weil die Hauptfigur des Streifens gestorben ist.</p>
<p>Und ihr Resume? „Wenn du wissen willst, wie ein Junge wirklich ist und wie wichtig du ihm bist, dann schaue mit ihm Fußball und warte ab wie sehr er sich um dich bemüht.“ Die Stimmung vor der Leinwand, die grölenden Jungs, das kühle Bier. Das alles fand sie damals eigentlich ganz gut, nur ein Selbstversuch, der kurz danach folgte, hatte nicht ganz funktioniert. Anja sah sich ein paar Wochen später, bei einem Bierchen und gemütlich in ihrem Bett, alleine ein Match an. Wer denn gewonnen hat, kann sie aber nicht sagen – sie war bereits in der ersten Halbzeit eingeschlafen.</p>
<p><em>Bildquelle: Interviewpartnerin</em></p>
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		<title>Live bei Beckmann</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 08:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gmetzler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erleben]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>

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		<description><![CDATA[ An einem Montag im Mai 2008 war Anna-Lena Ulrich als Studiogast in der der Talkshow „Beckmann“ und hat für ein paar Stunden hinter die Kulissen der Fernsehproduktion geguckt.

von Gina Louisa Metzler
Egal welche Sendung er einschaltet, der Zuschauer sieht das nur das Endprodukt, sieht nur was er sehen soll. Wie die meisten anderen Menschen hatte auch Anna [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/07/Mymedia.jpg" rel="lightbox[1362]"></a><em> </em><strong>An einem Montag im Mai 2008 war Anna-Lena Ulrich als Studiogast in der der Talkshow „Beckmann“ und hat für ein paar Stunden hinter die Kulissen der Fernsehproduktion geguckt.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><em><span id="more-1362"></span></em></p>
<p style="text-align: center;"><em>von Gina Louisa Metzler</em></p>
<p>Egal welche Sendung er einschaltet, der Zuschauer sieht das nur das Endprodukt, sieht nur was er sehen soll. Wie die meisten anderen Menschen hatte auch Anna beim Fernsehen nie bewusst darauf geachtet, mit welchen Techniken gearbeitet wird, um bestimmte Effekte zu erzielen, warum die Zuschauer immer im richtigen Moment lachen oder zu klatschen anfangen und wieso der Moderator seinen Begrüßungstext auswendig zu können scheint. An jenem Montag aber, sollte sich ihre Sichtweise ändern.</p>
<p><strong>Im Fernsehstudio </strong></p>
<p>Zwei Stunden vor Sendebeginn fand sich Anna auf dem riesigen Gelände des Studio Hamburg wieder. Die Zuschauer wurden zunächst in einen separaten Pavillon geführt  und dort mit Getränken und Snacks versorgt. Ein Produktionsassistent erklärte, dass er in 40 Minuten alle gemeinsam ins Studio führen würde und empfahl vorher noch einmal auf die Toilette zu gehen, da das während der Livesendung nicht mehr möglich sei.</p>
<p>Durch dicke Stahltüren gelangte Anna mit den anderen Zuschauern ins Studio. Die meterhohe Decke war mit Scheinwerfern übersät. Dicht an dicht hingen sie und jeder einzelne hatte eine Nummer. In den vier Wänden des Studios waren weitere Wände aufgestellt, die von innen bemalt oder bedruckt waren und von außen nur grobes Holz oder Pappe zeigten. In der Mitte auf einem kleinen Podest stand der große Holztisch, den Anna schon aus dem Fernsehen kannte, um ihn herum waren Sitzreihen in die Kulisse eingebaut und an einer Seite konnten Zuschauer auf großen weißen Schaumstoffelementen sitzen. „Es wirkte alles ganz anders als ich es aus dem Fernsehen kenne“, erinnert sich Anna. „Auf dem Boden waren Markierungen aufgemalt und ich konnte mindestens fünf Kameras sehen, die in verschiedenen Winkeln der Kulisse standen.“</p>
<p>Die Produktionsassistenten verteilten die Zuschauer auf die Plätze. Manche sollten weiter vorne sitzen und manche weiter hinten, wer ähnliche Farben trug wurde auseinander gesetzt, jung und alt bunt gemischt. An verschieden Ecken des Studios standen Monitore und auf einem lief eine Funkuhr rückwärts. Noch eine Stunde und zehn Minuten bis zur Livesendung.</p>
<p><strong>Klatschen auf Signal</strong></p>
<p>Als alle eine Platz gefunden hatten, kam ein Entertainer ins Studio, der Witze erzählte und erklärte wann geklatscht werden sollte und wann nicht. Er blieb auch während der Sendung im Studio und gab immer ein Zeichen, wenn es Zeit zum klatschen war. Fünfzehn Minuten vor der Sendung kam dann Reinhold Beckmann ins Studio. Er hieß alle willkommen und sprach über die Inhalte der Sendung. Dann probte er ein paarmal die Ankündigung für die Talkshow, die dann aufgenommen wurde und während der letzten Werbung vor der Sendung ausgestrahlt wurde. „Da ist mir erst aufgefallen, dass Moderatoren ihre Texte gar nicht auswendig können. Sie lesen sie einfach von einem Monitor ab und es sieht aus, als würden sie genau in die Kamera gucken“, staunte Anna.</p>
<p>Nur noch wenige Sekunden und dann würde es losgehen. Anna war ein bisschen aufgeregt. „Bitte Ruhe im Studio“ sagte die Regisseurin in ein Mikrophon.  „Noch fünf, vier, drei, zwei, eins….“  Und es ging los. Reinhold Beckmann machte die Anmorderation  und begrüßte seinen ersten Gast, Bettina Eistel. Anna und die anderen Zuschauer sahen das Signal und fingen an zu klatschen. Bettina Eistel ist eine Dressurreiterin, die ohne Arme geboren ist &#8211; ein Contergan-Kind. Sie hatte ihre Füße auf dem Tisch und gestikulierte damit als wären es Hände.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><img title="Bettina Eistel in der ARD Talkshow Beckmann am 19.05.2008" src="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/07/Mymedia-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" /><p class="wp-caption-text">Bettina Eistel in der ARD Talkshow Beckmann am 19.05.2008</p></div>
<p><strong></strong></p>
<p><strong>Sprechen verboten</strong></p>
<p>Anna folgte der Sendung und versuchte nicht zu husten oder zu niesen, schließlich war es eine Livesendung. „Wenn man versucht nicht zu Husten bekommt man irgendwie immer gleich einen Hustenreiz.“ Etwas anderes war aber noch viel schlimmer: „Das Schwierigste war nicht sprechen zu dürfen. Meine Freundin hat zwar neben mir gesessen, aber wir konnten gar nichts zu dem sagen, was während der Sendung passiert ist. Das war wirklich schlimm.“</p>
<p>Die Kameramänner und –Frauen schoben die riesigen Kameras um den Tisch herum. Abwechselnd  leuchteten rote Lichter über den Objektiven auf und zeigten an, ob eine Kamera gerade sendete oder nicht. Ein Mann hatte ein Korsett aus Stahl um den Oberkörper geschnallt, daran war eine Art beweglicher Metallarm mit einer etwas kleineren Kamera. Er lief frei um Reinhold Beckmann und die Gäste herum, aber auch teilweise zwischen den Zuschauern.</p>
<p>Die Zeit verging sehr viel schneller als erwartet. Einer der Produktionsassistenten hinter den Kameras und zeigte dem Moderator hin und wieder auf einer Tafel wie viel Zeit verblieb. Nach einer Stunde schließlich war es vorbei. Die Zuschauer wurden verabschiedet und nach draußen begleitet. Anna fuhr nach Hause und freute sich, einmal hinter die Kulissen geguckt zu haben. Seit diesem Erlebnis bei „Beckmann“ sieht sie jede Sendung mit anderen Augen.</p>
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		<title>Fußball-Wunder in Madrid</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 08:29:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mnaebers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erleben]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn richtige Fußballfans nicht ins Stadion können, dann muss eine Kneipe herhalten. Zum Glück für Frank und Daniel, die einen unvergesslichen Abend erlebten.
 ﻿von Matthias Naebers
„So durfte Oli Kahns internationale Karriere nicht enden“, stimmen Frank A. und Daniel K. überein. Im Hinterhof des internationalen Fußballs, dem UEFA-Cup. Doch am 10. April 2008 wäre es beinahe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Wenn richtige Fußballfans nicht ins Stadion können, dann muss eine Kneipe herhalten. Zum Glück für Frank und Daniel, die einen unvergesslichen Abend erlebten.<span id="more-1352"></span></strong></p>
<p style="text-align: center;"><em> ﻿von Matthias Naebers</em></p>
<p>„So durfte Oli Kahns internationale Karriere nicht enden“, stimmen Frank A. und Daniel K. überein. Im Hinterhof des internationalen Fußballs, dem UEFA-Cup. Doch am 10. April 2008 wäre es beinahe so weit gewesen. Der FC Bayern spielte im Viertelfinale gegen den FC Getafe und lag bis zur 89. Minute mit 1-0 zurück. Dann kamen Ribéry und die Verlängerung. In diesen 30 Minuten zusätzlicher Spielzeit wurde Fußballgeschichte geschrieben. In der 91. Und 93. Minute konnten die Spanier mit 3-1 in Führung gehen, das Aus für die Münchner schien besiegelt. „Die Hoffnung hatten wir eigentlich alle schon aufgegeben, vergruben uns in unserem Bier und waren ungewohnt still“, erinnert sich Daniel. Auch Frank weiß noch, dass man „gegen so eine schlechte Mannschaft nicht verlieren durfte.“ Tatsächlich war Getafe nicht unbedingt das Kaliber, dem der große FC Bayern sonst gegenüber stand: „In den Jahren zuvor haben wir in Madrid gegen Real gewonnen und dann sollen wir gegen eine spanische Vorort-Mannschaft rausfliegen – sozusagen gegen das Unterhaching von Madrid?“</p>
<p><strong>„Dann gabs kein Halten mehr“</strong></p>
<p>Frank und Daniel waren mit einigen Leuten in der Bar Centrale, mit denen sie sonst im Stadion in der Kurve stehen und ihre Mannschaft nach vorne peitschen. Eine Reise nach Getafe war aber zu diesem Zeitpunkt für keinen aus der Gruppe bezahlbar – ausserdem hätte man sich Urlaub nehmen müssen. Also wurde der Entschluss gefasst, sich das Spiel gemeinsam in einer Kneipe anzusehen. Public Viewing im Mini-Format. Ein Fernseher hing an der Wand und davor versammelten sich die Zuschauer. „An die 100 Leute waren in der Kneipe, in der sonst gerade mal 20 Platz finden“, beschreibt Daniel das große Interesse am Spiel und die völlig überfüllte Bar. Dazu, dass die beiden ein unvergessliches Medienerlebnis hatten, trug aber vor allem das Spiel bei. Getafe führte mit zwei Toren Vorsprung, fünf Minuten waren noch zu spielen – und diese fünf Minuten gehörten Luca Toni. In der 115. Minute staubt er zum 3-2 ab, die Hoffnung war wieder da. In der allerletzten Sekunde des Spiels flankt der kurz zuvor eingewechselte José Sosa einen Ball auf Luca Toni, der steigt hoch zum Kopfball und – das Leder zappelt im Netz. „Da gabs kein Halten mehr, alle sind übereinander gefallen und gesprungen, auf meinem Schoß lagen drei Leute, die Gläser wurden vom Tisch gefegt“, erzählt Frank. Dabei leuchten seine Augen, er grinst und auch Daniel steigt sofort mit ein: „Die Tische wurden einfach umgeworfen und nicht nur wir, die sowieso immer mit Herzblut bei den Bayern dabei sind, sondern auch die ganz normalen Fans sind völlig ausgerastet.“ Selbst der Wirt macht beim Verwüsten seiner eigenen Kneipe mit. Am Ende sagt er nur: „Passt scho, noch eine Runde auf mich!“</p>
<p><strong>Untypisch, Unvergesslich, Unfassbar</strong></p>
<p>Danach ging es weiter auf die Straße. Aus allen Lokalen in der Nähe strömen die Bayern-Fans auf die Leopoldstraße und feiern, singen, tanzen. „Das ist völlig untypisch für München“, weiß Daniel, „vorallem nach so einem Spiel, ein Unentschieden gegen einen unbekannten Gegner.“ Letzten Endes waren die beiden so euphorisch, dass sogar noch eine Karaoke-Bar aufgesucht wurde. Getrieben von „einer Sache, die man nie vergisst, auch wenn wir nicht im Stadion waren“ und euphorisiert von „einem unfassbaren Gefühl, welches man normalerweise vor dem Fernseher nicht bekommt, eigentlich nicht einmal im Stadion.“</p>
<p><em>Bildquelle: picasa, User: </em>Olhares Mágicos<em>, creative commons</em></p>
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		<title>Der Knut-Faktor</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 14:16:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>msternkopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Eisbär]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hype]]></category>
		<category><![CDATA[Knut]]></category>

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		<description><![CDATA[Anfang 2007 kannten die Medien nur ein Thema: Knut. Seine berührende Geschichte konnte geliebt oder der völlig überzogene Medienhype gehasst werden. Aber eins konnte niemand: ihn ignorieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anfang 2007 kannten die Medien nur ein Thema: Knut. Seine berührende Geschichte konnte geliebt oder der völlig überzogene Medienhype gehasst werden. Aber eins konnte niemand: ihn ignorieren.<span id="more-1321"></span></strong></p>
<p style="text-align: center;"><em>von Matthias Sternkopf</em></p>
<p>Die Medien sind ein Spiegel unserer Gesellschaft. Sagt man. Anfang 2007 tauchte ein kleiner Eisbär namens Knut in der Medienwelt auf. Wobei auftauchen hier deutlich untertrieben ist. Er dominierte sie, befehligte und diktierte sie nach seinem Willen, er lenkte sie, herrschte über sie, trieb sie vor sich her. Erst in Berlin, dann in Deutschland und bald in der ganzen Welt.</p>
<p>Warum er das tat, war mir anfangs schleierhaft. Schließlich wurden seit 1980 allein in Deutschland über 70 Eisbären geboren – weitestgehend unbeachtet von den Medien. Nicht so bei Knut. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im März 2007 kamen aus aller Welt über 500 Journalisten. Zum Vergleich: Als SED-Funktionär Günter Schabowski 1989 während einer Pressekonferenz den Fall der Mauer bekannt gab, waren es nicht einmal halb so viele. Doch Schabowski bediente mit seinen kleinen trüben Augen wohl kaum das so begehrte Kindchenschema eines Eisbärbabys, sonst würden sich heute noch deutlich mehr an seinen Namen erinnern.</p>
<p><strong>Knutomanie</strong></p>
<div id="attachment_1338" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/152438035_49df83d9c2.jpg" rel="lightbox[1321]"><img class="size-medium wp-image-1338" title="152438035_49df83d9c2" src="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/152438035_49df83d9c2-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Eingang Berliner Zoo: Über eine Million Besucher sahen Knut.</p></div>
<p>Die übergroßen schwarzen Augen von „Cute Knut“ glotzten von nun an von allen Covern weltweiter Boulevardmagazine – egal ob in Deutschland, Frankreich, China oder Usbekistan. Knut posierte gar auf der Titelseite der internationalen Ausgabe der Vanity Fair in einer Fotomontage neben Schönling und Tierfreund Leonardo DiCaprio. Knuddel-Knut wurde zur Marke, war omnipräsent. Die Mercandising-Maschinerie lief jetzt auf Hochtouren: Knut-T-Shirts, Knut-Tassen, Knut-Eis und Knut-Blechpostkarten. Der Berliner Zoo verdiente sich am Kindchenschema des Eisbären eine goldene Nase und verdoppelte kurzfristig seinen Aktienwert.</p>
<p>Andere Themen verwies Knut in den Medien auf die hinteren Plätze: Zur gleichen Zeit starben in Somalia 6.000 Zivilisten, über 700.000 Menschen waren dort auf der Flucht; der türkisch-armenische Konflikt befand sich auf einem Höhepunkt; der Irakkrieg nahm an Schärfe zu und forderte vermehrt deutsche Opfer und die Hamas übernahm die Kontrolle über den Gaza-Streifen. Alles Nebensächlichkeiten. Selbst tausende Tote schienen gegen Knuts Knuddelfaktor chancenlos.</p>
<p><strong>Durch die schneeweiße Brille</strong></p>
<p>Sofort wollte ich reflexartig den Medien den schwarzen Peter zuschieben. Die Bild-Zeitung ist Schuld. Die manipuliert uns doch sowieso die ganze Zeit. Doch selten hatte ich mich so grundlegend getäuscht. Denn so lange sich Hunderttausende mehrere Stunden in eine Schlange einreihen, um sieben Minuten lang an einem Eisbär vorbeigeschleust zu werden, hat das weiße Fellknäuel die Aufmerksamkeit verdient.<p><a href="http://www.mymediaexperience.de/?p=1321"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
<p>Die gesamte Welt machte einen auf &#8220;Bärenmarke&#8221; – Medien, die sich dem entzogen, konnten damit rechnen, nicht gekauft zu werden. Die Welt setzte sich selbst eine schneeweiße Brille auf, sie verweigerte sich für einen kurzen Augenblick der allgegenwärtigen Gewalt und ließ sich bereitwillig vom Charme des knuffigen Berliner Eisbären verzaubern.</p>
<p>Die Medien sind ein Spiegel unserer Gesellschaft. Sagt man. Schenkt man dem Glauben, hatte unsere Gesellschaft Anfang 2007 keine Probleme.</p>
<p><em>Bildquelle: flickr.com, emrank, CC</em></p>
<p><em>Bildquelle: flickr.com, extranoise, CC</em></p>
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		<title>Schwarze Traumstrände</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 10:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>msmeyer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[TopRessort]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Folgen der Explosion auf der &#8220;Deepwater Horizon&#8221; sind verheerend. Traumhafte Küsten bedeckt mit pechschwarzer, klebriger Masse. Die Ölpest im Golf von Mexiko zerstört ein Paradies.
von Marlene-Sophie Meyer

Erinnert sich die junge Mexikanerin Maria an ihr Heimatland zurück, denkt sie an klares, azurblaues Wasser, schneeweißen Sandstrand und wolkenlosen Himmel soweit das Auge reicht. Als kleines Mädchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Die Folgen der Explosion auf der &#8220;Deepwater Horizon&#8221; sind verheerend. Traumhafte Küsten bedeckt mit pechschwarzer, klebriger Masse. Die Ölpest im Golf von Mexiko zerstört ein Paradies.<span id="more-968"></span></strong></p>
<p style="text-align: center;"><em>von Marlene-Sophie Meyer</em><strong><br />
</strong></p>
<p>Erinnert sich die junge Mexikanerin Maria an ihr Heimatland zurück, denkt sie an klares, azurblaues Wasser, schneeweißen Sandstrand und wolkenlosen Himmel soweit das Auge reicht. Als kleines Mädchen war sie regelmäßig bei ihrer Großmutter in Tampico zu Besuch. Stundenlang verbrachten sie zusammen Zeit und gingen bei Sonnenuntergang barfuss am Wasser spazieren.</p>
<p>Doch das Paradies direkt an der US-Küste wird durch eine Katastrophe mit unvorhersehbaren Folgen zerstört. Das ununterbrochene Austreten von Öl aus dem Boden im Golf von Mexiko ist sowohl in ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht verheerend. Tiere verenden in der klebrigen Masse, Menschen erkranken, Naturschutzgebiete sind bedroht und Helfer versuchen Tag und Nacht verzweifelt, das an die Küste geschwemmte Öl, zu beseitigen.</p>
<p>Seit Beginn der Umweltkatastrophe werden die Nachrichtenagenturen mit Neuigkeiten aus dem Krisengebiet überflutet. Täglich ist in den Zeitungen und Fernsehsendern Neues über die Entwicklungen der Ölpest zu finden. Ständige Programmunterbrechungen und über den Live-Ticker auf N24 wird im Minutentakt berichtet.</p>
<p>Als Maria das erste Mal auf die Katastrophe aufmerksam wird, sitzt die junge Frau in ihrem Klassenraum in München. Auf dem Stundenplan steht: Grundkurs Mathematik. Kurz vor dem klingeln der Schulglocke schlägt sie die Zeitung auf und liest den Bericht zu dem Ölunglück im Golf von Mexiko. Ihre Stimmung ist getrübt. Fassungslos arbeitet sie sich Zeile für Zeile durch den Artikel. Sie hat das Gefühl als würde es um sie herum ganz still werden. Obwohl die Klasse tobt, alle durcheinander brüllen und im Klassenraum umherlaufen. Maria sitzt einfach nur da und gibt den Artikel an ihre Banknachbarin weiter. Schnell beruhigt sie sich wieder. Die Nachricht hat sich ihr jedoch ins Gedächtnis gebrannt.</p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt sind ihr die schrecklichen Auswirkungen nicht bewusst. In den kommenden Wochen verbessert sich die Situation in dem Krisengebiet nicht gravierend. Mit einem unsicheren Gefühl im Magen denkt Maria an die Zeit in Tampico zurück. Sie vertraut darauf, dass bald Alles ein Ende hat. Genauso wie es die Meisten erwartet hätten.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Bildquelle: flickr.com, marinephotobank, creative commons<br />
</em></p>
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		<title>Hinter der Mattscheibe</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 09:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aschult</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[TopRessort]]></category>
		<category><![CDATA[Bank]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Fernsehen gilt als schnelle Informationsquelle. Doch wie glaubwürdig sind die bunten Bilder wirklich? Der Bankier Wolfgang Schult gab ein TV-Interview – und wurde bitter enttäuscht.

von Anne Schult
 
 
Das Thema des Interviews war von Anfang an heikel: Es ging um den Fall einer Kundin, die eine Wohnung gekauft hatte und sich im Nachhinein vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Fernsehen gilt als schnelle Informationsquelle. Doch wie glaubwürdig sind die bunten Bilder wirklich? Der Bankier Wolfgang Schult gab ein TV-Interview – und wurde bitter enttäuscht.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><span id="more-194"></span></strong></p>
<p style="text-align: center;"><em>von Anne Schult</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_795" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/Anne.jpg" rel="lightbox[194]"><img class="size-medium wp-image-795 " title="Anne" src="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/Anne-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Reines Gewissen: Wolfgang Schult unbedarft vor dem Interview</p></div>
<p>Das Thema des Interviews war von Anfang an heikel: Es ging um den Fall einer Kundin, die eine Wohnung gekauft hatte und sich im Nachhinein vom Verkäufer übers Ohr gehauen glaubte. Die Sparkasse hatte die Finanzierung des Kaufgeschäftes vorgenommen – ein Sachverhalt, der durchaus schlechtes Licht auf ein Finanzunternehmen werfen kann. Dessen war sich Schult bewusst: „Wir haben uns zunächst überlegt, ob es sinnvoll ist, ein solches Interview zu geben – waren aber der Meinung, dass wir gerade in diesem Fall ein reines Gewissen haben.“ So wurde ein Termin vereinbart und das Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks kam ins Haus. Beim Interview saß der Banker arglos einer freundlichen Reporterin gegenüber. Das blieb allerdings nicht lange so: „Ich merkte schnell, dass eine ganze Palette von Fragen aufkam, die darauf abzielte, herauszufinden, ob wir nicht doch einen Fehler gemacht hatten.“ Nach einer halbstündigen Fragerunde war das Fernsehteam zufrieden und auch Wolfgang Schult sah keinen Grund zur Besorgnis: „Ich war am Ende schon der Meinung, dass klar und deutlich wurde, dass wir uns in diesem konkreten Fall nichts zu Schulden haben kommen lassen.“</p>
<p><strong>Missinterpretation der Fakten</strong></p>
<p>Das änderte sich allerdings schlagartig, als einige Wochen später der TV-Beitrag ausgestrahlt wurde. Gespannt saß Schult vor dem Fernseher und traute seinen Augen kaum: „Aus dem Interview war ein Satz herausgepickt worden, der zwar die Kernaussage ‚Ich glaube, wir haben richtig gehandelt‘ beinhaltete, ansonsten aber keine unserer Argumente nannte. So schien es, als hätten der Verkäufer und wir als Sparkasse Hand in Hand gearbeitet und die Kundin wäre daher übervorteilt worden.“ Diese offensichtliche Missinterpretation der Fakten verärgerte ihn sehr: „Ich hatte viele Argumente angeführt, die einfach keine Verwendung fanden. Das hinterließ bei mir einen bitteren Nachgeschmack, da es der Eindruck entstand, dass hier keine Journalistin am Werk war, die versucht hat, objektiv den richtigen Sachverhalt zu ermitteln – sondern eher, dass sie ihre eigene Meinung ins Fernsehen bringen wollte.“</p>
<p><strong>„Man glaubt das, was man sieht“</strong></p>
<div class="mceTemp">Genau darin sieht der Bankier das eigentliche Problem, denn er selbst hegt in der Position des Zuschauers eine gewisse Erwartungshaltung: „Wenn zumindest in einem bestimmten Format der Eindruck erweckt wird, dass sachlich und wahrheitsgemäß über etwas berichtet wird, dann erwarte ich schon, dass das in einer Art Objektivität passiert. Gerade im Fernsehen ist es ja so, dass die Wirkung auf die Zuschauer durch Bilder noch viel stärker ist &#8211; man glaubt das, was man sieht.“ Dementsprechend sieht er es mit viel Verantwortung verbunden, einen Sachverhalt durch das Medium Fernsehen zu vermitteln. Dazu gehört seiner Meinung nach auch eine gewisse Offenheit von Seiten der Redakteure: „Da sollten auch Dinge, die einem selbst vielleicht nicht gefallen oder die nicht in die politische Landschaft passen, zumindest mit aufgeführt werden. Und es muss dem Zuschauer überlassen werden, diese Dinge für sich zu werten.“</div>
<p><strong>Kritischer Blick</strong></p>
<p>Die Gefahr der Beeinflussung ist für Wolfgang Schult durchaus präsent, doch geht es ihm dabei nicht nur um seinen eigenen Fall. Vielmehr zieht er aus dieser persönlichen Erfahrung weiterreichende Schlüsse: „Das stimmt mich insofern etwas nachdenklich, als dass es ja auch Darstellungen zu Themen gibt, bei denen ich nicht bewandert bin und wo ich keine Hintergründe kenne“, gibt er im Nachhinein zu bedenken. „Dort bekomme ich etwas aufbereitet und denke hinterher: Das war sehr überzeugend, das stimmt wohl so. Wenn ich das an meinem eigenen Erlebnis messe, muss ich allerdings sagen: Man sollte vorsichtig sein, ob damit nicht einfach nur ein bestimmtes Meinungsbild verbreitet werden soll.“</p>
<p><em>Bildquelle 1: G. Godehart</em></p>
<p><em>Bildquelle 2: flickr.com, jsawkins, creative commons<br />
</em></p>
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		<title>Eine Nacht wie jede Andere</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 08:43:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>riwanetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erleben]]></category>
		<category><![CDATA[Slideshow]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Mauerfall]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Öffnung der Berliner Mauer bedeutete des Ende der DDR. Die Nachricht erreichte jedoch nicht alle Bürger sofort, manche verschliefen das Ereignis einfach. von Robert Iwanetz
Als Günter Schabowski das vielleicht wichtigste politische Ereignis ihres Lebens herbei nuschelt, liegt Angela Wolff bereits im Bett. Keine hundert Kilometer trennen sie da von Annemarie Reffert, der ersten DDR-Bürgerin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Öffnung der Berliner Mauer bedeutete des Ende der DDR. Die Nachricht erreichte jedoch nicht alle Bürger sofort, manche verschliefen das Ereignis einfach.<span id="more-1155"></span></strong><em> von Robert Iwanetz</em></p>
<p>Als Günter Schabowski das vielleicht wichtigste politische Ereignis ihres Lebens herbei nuschelt, liegt Angela Wolff bereits im Bett. Keine hundert Kilometer trennen sie da von Annemarie Reffert, der ersten DDR-Bürgerin die nach Westberlin einreist und von all den anderen, die über die deutsch-deutsche Grenze strömen. Es ist der Anfang vom Ende der DDR, doch in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_(Oder)">Frankfurt (Oder)</a>, einer Kleinstadt an der polnischen Grenze, kommt davon wenig an.</p>
<div id="attachment_1196" class="wp-caption alignright" style="width: 312px"><a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/800px-Q3A_Plattenbau_Vorderseite1.jpg" rel="lightbox[1155]"><img class="size-full wp-image-1196    " title="800px-Q3A_Plattenbau_Vorderseite" src="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/800px-Q3A_Plattenbau_Vorderseite1.jpg" alt="" width="302" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">typischer Plattenbau Q3A</p></div>
<p style="text-align: left;">Im Stadtzentrum rund um die Karl-Marx-Straße gibt es bei Anbruch der Nacht keine revolutionären Anzeichen. Es ist ruhig inmitten der fünfstöckigen grauen Plattenbauten, Typ Q3A. Wolff wohnt dort mit ihrem Sohn und Lebensgefährten in einer 3-Zimmer-Wohnung. Sie muss am nächsten Morgen gegen halb sieben aufstehen. „Wir mussten am nächsten Tag eben arbeiten“, erklärt sie und lacht dabei. Gab es keine Jubelschreie? „Nichts! Eine Nacht wie jede andere.“</p>
<p><strong>„Rüber nach Westberlin“</strong></p>
<p>Die Neuigkeit erfährt sie nicht aus den Medien, sondern von Arbeitskollegen. Wolff arbeitet in einem Ingenieurbüro, und als sie dort ankommt fällt ihr auf, dass ein Mitarbeiter fehlt. Sie fragt wo Eckhart sei, und bekommt als Antwort „rüber nach Westberlin“. Es folgt Sprach- und Fassungslosigkeit. Anschließend wird am 10. November 1989 nicht mehr viel gearbeitet, dafür umso mehr diskutiert.</p>
<p><a href="http://www.mymediaexperience.de/?p=1155"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>„Natürlich hat es vorher gebrodelt“, erklärt Wolff, „aber dass es so schnell gehen würde hat niemand für möglich gehalten“. Anschließend zählt sie die zahlreichen Hinweise auf: Absetzung Honeckers, plötzliche Diskussionsfreiheit, Öffnung der ungarischen Grenze. „Selbst in Frankfurt haben sie demonstriert, es war klar, dass sich etwas ändern würde.“ Und dann, als es so weit war – was fühlte man? „Erleichterung, Freude, aber nicht im Überschwang.“ Warum nicht? „Ich hatte Angst, sie würden die Grenze wieder zumachen, und außerdem wussten wir ja nicht, was mit uns passieren würde.“</p>
<p><strong>Die gleiche Berichterstattung</strong></p>
<p>Wolff liest in den darauffolgenden Tagen viel Zeitung, hört Radio, schaut abwechselnd Ost- und Westfernsehen. Für die Berichterstattung der DDR hat sie jedoch kein Verständnis. „Es wurde weiterhin berichtet wie zuvor – völlig nüchtern, ohne jede Regung. Ich fand das beklemmend.“ Konnte man da bereits die geschichtliche Bedeutung erahnen? „Nein, überhaupt nicht“, erzählt Wolff und lächelt. Sie selbst habe die Ereignisse erst letztes Jahr wirklich einordnen können, beim zwanzigjährigen Jubiläum.</p>
<div id="attachment_1176" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/ausweise2.jpg" rel="lightbox[1155]"><img class="size-large wp-image-1176 " title="ausweise2" src="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/ausweise2-1024x738.jpg" alt="" width="250" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Wolffs DDR-Dokumente</p></div>
<p>Bundeskanzlerin Merkel mahnte <a href="http://www.faz.net/s/RubA91992BFFBF84DB3B4EBE604A92D275B/Doc~EFCAF962D0AFD4ED38650B1F269B0E38A~ATpl~Ecommon~Scontent.html">dort</a> während der Feierlichkeiten an, dass „die deutsche Einheit noch nicht vollendet“ sei, dass es weiter Unterschiede zwischen Ost und West gäbe. Für Wolff keine große Überraschung. „Uns wurde ein halbes Leben lang erzählt, der Kapitalismus sei böse und unsozial.“ Von daher sei es ganz normal, dass die Angleichung der verschiedenen Mentalitäten eine gewisse Zeit dauere. „Deutschland war eben keine drei Monate, sondern fast fünfzig Jahre geteilt.“</p>
<p><strong>Bananen ins Auto geworfen</strong></p>
<p>An ihre erste Reise nach Westberlin erinnert sich Wolff noch genau. „Wir wurden jubelnd empfangen“, sprudelt es aus ihr heraus, sie erzählt als sei es gestern gewesen. „Die Menschen umarmten einander und warfen lauter Dinge auf die Rückbank unseres Ladas.“ Was wurde geworfen? „Ganz verschiedene Sachen: Joghurt, Feuerzeuge, Zeitungen und natürlich auch Bananen“. Im Anschluss holt sich Wolff ihr Begrüßungsgeld, 100 D-Mark, von der Bank ab. Ein wichtiger Moment, den Belegt hat sie bis heute aufbewahrt – es ist ihr Eintritt in eine neue Welt.</p>
<div id="attachment_1185" class="wp-caption alignleft" style="width: 320px"><a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/geld.jpg" rel="lightbox[1155]"><img class="size-large wp-image-1185     " title="geld" src="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/geld-1024x333.jpg" alt="" width="310" height="101" /></a><p class="wp-caption-text">100 DM Begrüßungsgeld - Wolffs Eintritt in eine neue Welt</p></div>
<p>Fragt man sie, was sie damals am meisten beeindruckt habe, erzählt sie von bunten Geschäften, dem riesigen Sortiment, den noblen Autos und gepflegten Grundstücken. Doch eigentlich meint sie damit die Freiheit. „Endlich konnten wir überall hin und alles Mögliche kaufen“, sagt Wolff und immer noch spürt man Erleichterung in ihrer Stimme.</p>
<p>Hat sie sich Kindheitsträume erfüllt? „Ein paar Jahre später stand ich auf dem Eiffelturm, und auch die erste Wrangler-Jeans war ein tolles Gefühl.“ Die schönste Veränderung war jedoch etwas anderes. Eine kleine Passage, ziemlich weit oben im Grundgesetz. „Im Nachhinein war das Wichtigste endlich Meinungs- und Pressefreiheit zu haben“. Nie wieder wolle sie sich das nehmen lassen, koste es was es wolle.</p>
<p>Bildquelle 1: Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen, <a href="http://www.mymediaexperience.de/wp-content/uploads/2010/06/logomedia_fertig.jpg" rel="lightbox[1155]">Creative Commons</a></p>
<p>Bildquelle 2: Wikipedia, <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/36/Q3A_Plattenbau_Vorderseite.jpg" rel="lightbox[1155]">Creative Commons</a></p>
<p>Bildquelle 3 &amp; 4: Angela Wolff</p>
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		<title>Minuten für die Ewigkeit</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 13:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dnoe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[TopRessort]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
1999 stand Bayern München zum ersten Mal im Finale der Champions League. Als in der Nachspielzeit durch zwei Gegentore der sicher geglaubte Sieg noch verloren ging, brach nicht nur für mich eine Welt zusammen. 
von Daniel Noé
Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Dass aber nicht nur Hoffnung, sondern auch Freude zuletzt sterben kann, bewies das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>1999 stand Bayern München zum ersten Mal im Finale der Champions League. Als in der Nachspielzeit durch zwei Gegentore der sicher geglaubte Sieg noch verloren ging, brach nicht nur für mich eine Welt zusammen. <span id="more-56"></span></strong></p>
<p style="text-align: center;"><em>von Daniel Noé</em></p>
<p style="text-align: left;">Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Dass aber nicht nur Hoffnung, sondern auch Freude zuletzt sterben kann, bewies das das wohl dramatischste Fußballspiel aller Zeiten. Gerade einmal zehn Jahre alt war ich am 26. Mai 1999, als der FC Bayern München im Finale der Champions League gegen das übermächtige Manchester United antrat. In diesem Alter, als das Interesse an Frauen, Technik und Karrierechancen einer fernen Zukunft angehörten, gab es für einen Jungen wie mich nichts außer Fußball. Da kam der der Tag des Finales des bedeutendsten Wettbewerbs Europas einem Feiertag gleich. Zusammen mit Familie und Freunden vor dem Fernseher Platz genommen, kaute ich bereits vor dem Anpfiff nervös an meinen Nägeln – ging es doch gegen die beste Mannschaft der Welt mit Stars wie David Beckham, Peter Schmeichel und Roy Keane. Doch in der 6. Minute sind alle Sorgen, jedes noch so kleine Zweifeln vergessen, als Mario Basler mit einem Freistoß ins rechte untere Eck die Führung für die Bayern erzielt.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Scholl und Jancker scheitern am Aluminium</strong></p>
<p style="text-align: left;">Ich wusste nicht wen ich zuerst umarmen soll – meine Familie oder die ganze Welt? Ich entschied mich für Erstere. Im weiteren Spielverlauf verstärkte sich das Gefühl, nichts konnte schief gehen an diesem historischen Abend in Barcelona. Manchester drückte zwar, die größeren Chancen besaßen jedoch die Bayern. Als Mehmet Scholl mit einem traumhaften Heber am Pfosten scheiterte, waren die Hände bereits zur Vorbereitung des Jubels in die Höhe geschnellt. Gleiches als der eigentlich als hölzern und unbewegliche Carsten Jancker per Fallrückzieher nur die Latte traf. Als es in der Nachspielzeit Eckball gibt für die Engländer war mein Gedanke: „Den noch überstehen, dann ist es geschafft.“ Doch der Fußballgott hatte anderes vor mit den Bayern und seinen Anhängern. Nach einem missglückten Klärungsversuch landet der Ball bei Teddy Sheringham, der unhaltbar für Kahn den Ausgleich erzielt.</p>
<p><strong>„Was kann es Schlimmeres geben?“</strong></p>
<p>Im Zimmer herrschte Stille, niemand traute sich etwas zu sagen. In diesem Moment dachte ich: „Was kann es Schlimmeres geben als kurz vor Schluss den Ausgleich zu bekommen?“. Die Antwort gab es Sekunden später. Wieder Eckball Manchester, wieder ist ein Engländer eher am Ball – und wieder schlägt der Ball im Netz ein. Innerhalb einer Minute wurde ein Traum begraben auf undenkbar schmerzliche Weise. Bevor die ersten Tränen kamen, saß ich noch Minuten regungslos vor dem Fernseher, fassungslos was gerade passiert war. Mein Gehirn verarbeitete diesen Moment weitaus langsamer als meine Augen, selbst Tage später hatte ich noch nicht wirklich realisiert, was in diesen letzten Minuten geschah.</p>
<p><em><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/3Mf8SC_UASg" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/3Mf8SC_UASg"></embed></object><br />
</em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Bildquelle:  flickr.com, User Podiluska, Creative Commons</em></p>
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